Ein Tag im Herbst, im Wald, im Leben…

Oktober 2015

Ich liebe den Herbst.

Ich liebe die Erde und den Wald und den Boden wenn es langsam Oktober wird.

Bunt, fröhlich und lustig, aber auch tief und gefühlvoll und melancholisch und manchmal auch sehr leidenschaftlich.

So sind wir nun mal, der Herbst und ich. Wir gehören eben zueinander und stecken die Köpfe zusammen um uns auszudenken was wir mit unserem Tag machen.

Die Farben inspirieren mich, der Wind pustet all die dummen Sachen die sich im laufe des Jahres so einfressen aus dem Kopf heraus und der Boden lädt zu wundervollen Spaziergängen ein, während die Haare lustig im Wind tanzen. Ruhiges Erwachen am Morgen während der Nebel auf den Feldern liegt, kuschlige Abende auf dem Sofa mit heißer Mandelmilch oder Tee, neue Bücher für die langen Stunden in der Badewanne oder im Bett.

Das bedeutet Herbst.

 

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Frida und Rosa schlafen in einem alten Koffer. Schätzungsweise einer aus 1920.

Was der alte Koffer wohl schon alles erlebt hat, wo er war, wer ihn getragen hat, vielleicht hat ihn sogar mal jemand an einem Bahnsteig vergessen? Warum ist auf der Innenseite des Deckels ein Farbklecks?

Vielleicht hat Monsieur ihn bei der Ankunft in Paris Oktober 1927 so schnell er konnte durch die Straßen getragen, durch das enge Treppenhaus, hinauf in den 2. Stock wo Mademoiselle bereits sehnsüchtig auf ihren Liebsten wartete. Als er in das Zimmer kam umarmten sie sich eine sehr lange Zeit und sagten einander wie sehr sie sich vermisst hatten und dass sie niemals wieder so eine lange Ewigkeit getrennt sein wollten. Mademoiselle hatte bereits angefangen die weiße Wandfarbe auf den heruntergekommenen Türrahmen zu streichen und Monsieur begann seinen Koffer auszuräumen. Doch er hörte bald damit auf, denn er konnte seine Augen nicht mehr von ihr wenden, so schön war sie. Selbst mit einem Pinsel in der Hand war sie so wundervoll anzusehen, dass er es kaum aushielt mit seinem Geheimnis zu warten. Er stand vom Boden auf, ging zwei Schritte in dem kleinen Zimmer auf sie zu, legte seine Hand um ihre Hüften und drehte sie zu sich. Bevor sie lachend etwas sagen konnte küsste er ihre samtweichen Lippen die, so wie er sie immer in Erinnerung hatte, purpurrot strahlten. Und während er ihr daraufhin offenbarte dass sie gemeinsam nach Amerika gehen würden und in einem neu errichteten Cottage wohnen würden, dass er gerade an der Ostküste gekauft hatte, da wirbelte er sie in der Luft um sich herum so dass etwas weiße Wandfarbe vom Pinsel in ihrer Hand auf seinem Koffer und seinen dunkelblauen Hosen die darin lagen landete. Ihre grünen Augen strahlten in diesem Moment noch heller als ihr Mund und beide hielten sich für eine ganze Ewigkeit in den Armen fest, so sehr, dass man fast hören konnte wie zwei Herzen vor Glück zersprangen. Was machte da schon ein wenig Farbe auf dem Koffer und der Kleidung? Denn nichts auf der Welt ist wunderbarer als die Liebe und wenn es um die Liebe geht, um die echte, wahre Liebe, dann ist alles andere banal und Nebensache. Vor allem dann, wenn er ihr noch am gleichen Abend in einem kleinen, schäbigen Zimmer mitten in Paris ein Ringlein an den Finger steckt und sie bittet seine Frau zu werden, während vor dem kleinen Dachlukenfenster die bunten Blätter auf und nieder tanzen…

 

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Avocados zum Frühstück. Ich liebe sie.

Mit Balsamico Essig und etwas Salz…

… und einem hübschen Katalog.

 

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Vorsicht, giftig!

Sieht aus wie Johannisbeeren, heißt und schmeckt aber ganz anders: Darf ich vorstellen, der Schneeball! Ein Gewächs das in Strauchform häufig an Waldwegen und Bachläufen zu finden ist.

Der Schneeball wuchert im Sommer mit üppigen, Ballrunden, weißen Blüten. Die Beeren sind giftig und schmecken sehr bitter.

Woher ich das weiß? Na, weil ich wie immer alles probieren musste! Ja! Ein Jahr ist es her dass ich mal probiert habe weil ich dachte, ach, könnten Johannisbeeren sein.

Daheim angekommen gleich in meinem Kräuterführer nachgeschaut und festgestellt dass ich Glück hatte.

 

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Ich liebe Farn. Farn ist mystisch und wunderschön zugleich.

 

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Kleines Ofengemüse Rezept für zwei Personen:

 

Einen Hokkaido

500 g Pak Choi

eine Schwarzwurzel

2 Chilischoten

Olivenöl

ein Bund Majoran

2 TL Senfsamen

1 TL gemahlener Koriander

Meersalz

 

300 g Natur Tofu

10 EL Tamari oder Soyasoße

Sonnenblumenöl zum Anbraten

 

2 EL Gomasio zum Bestreuen

 

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Den Tofu würfeln und im heißen Sonnenblumenöl anbraten, ca. 5 Minuten von allen Seiten.

ca. 3 EL Tamari dazu geben, danach wieder etwas Öl. Das ganze 2 bis 3 mal wiederholen so dass der Tofu im gewürzten Öl gut durchgebraten ist und sich an allen Seiten eine dunkle Kruste gebildet hat. ( Schmeckt sehr geil, unbedingt ausprobieren! )

 

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Das Gemüse schälen und auf dem Backblech verteilen, mit den Gewürzen, den Kräutern und dem Öl einreiben und ca. 25 Minuten in den vorgeheizten Backofen legen.

O/U Hitze 180 Grad. Evtl. auf dem Teller noch etwas Olivenöl hinzugeben. Mit Gomasio bestreuen und fertig.

 

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Ich liebe den Herbst. Er ist melancholisch, tief, bunt, geheimnisvoll und voller Inspirationen.

Er steckt voller Geschichten die an einem nebligen Tag beginnen und mit einer Tasse warmer Mandelmilch enden können, nachdem man über den ganzen Tag am Fenster gelbe und rote Blätter beneidet, oder sich in einer heißen, schönen Badewanne davongeträumt hat.